10 Dinge die Sie über Sonnenschutz wissen müssen

21.07.2016

Mit dem Hochsommer rückt der Sonnenschutz wieder in den Fokus. Die Wichtigkeit von ausreichendem Sonnenschutz ist unumstritten, doch was verstehen Sie wirklich davon? Wenn Sie diese 10 Punkte lesen, wissen Sie anschliessend Bescheid.

Mit dem Sommer rückt der Sonnenschutz wieder in den Fokus. Die Wichtigkeit von ausreichendem Sonnenschutz ist unumstritten, doch was verstehen wir wirklich davon? Wenn Sie diese 10 Punkte lesen, wissen Sie anschliessend Bescheid und können in der Badi ihr Wissen zum Besten geben.

1. Ultraviolettstrahlung

Ultraviolettes Licht ist elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge, die für das menschliche Auge nicht sichtbar ist. Ultraviolett heisst „jenseits von Violett“, weil sich diese Wellenlänge in der Farbskala nach Violett einreiht, derjenigen Farbe also, die der Mensch gerade noch wahrnehmen kann.

Die Sonne schickt UV-Strahlen zur Erde, wobei die Ozonschicht ein wichtiger natürlicher Filter darstellt. Ozon ist ein lichtempfindliches Gas und absorbiert die sehr aggressiven UVC-Strahlen sowie einen Grossteil der UVB-Strahlen. Dieser Prozess schützt die Lebewesen auf der Erde vor Strahlenschäden.

2. UVA-Strahlen

UVA-Strahlen machen 95% der ultravioletten Strahlung auf der Erdoberfläche aus, sie durchdringen Wolken und Fensterglas. Sie sind langwellig und dringen dadurch tiefer in die Haut ein. Sie gelangen bis in die Hautzellen und können dort freie Radikale freisetzen. Sie begünstigen damit die vorzeitige Hautalterung und können Melanome auslösen, man sagt ihnen auch die Verursachung von Allergien nach. UVA-Strahlen bräunen nur die bereits vorhandenen Hautpigmente (direkte Bräunung) und bauen keinen neuen Lichtschutz auf. Deshalb kann man sich mit einem Solarium-Besuch nicht auf die Ferien vorbereiten, da Solarien hauptsächlich UVA-Licht verwenden. Bei regelmässigem Besuch beschleunigen sie die Hautalterung.

UVA – wie Alterung und Allergien

3. UVB-Strahlen

UVB-Strahlen machen 5% der ultravioletten Strahlung auf der Erdoberfläche aus. In grossen Höhen ist die Belastung an UVB-Strahlen grösser als auf Meereshöhe. Sie können im Gegensatz zu UVA kein Fensterglas und auch keine Wolken durchdringen. UVB-Strahlen sind kürzer und energiereicher und dringen nur oberflächlich in die Haut ein. Dort verursachen sie bei Überdosis Sonnenbrand. Bei UVB-Bestrahlung reagiert die Haut mit der Bildung einer Hautschwiele (Verdickung der Hautoberfläche), was ein körpereigener, natürlicher Sonnenschutz ist. Je nach Hauttyp ist dieser Eigenschutz unterschiedlich stark ausgeprägt. UVB-Strahlen kurbeln die Vitamin D- und Melanin-Produktion an, die Haut bildet neue Pigmente und erhält dadurch ihre Bräune (indirekte Bräunung).

UVB – wie Bräune und Brand

4. Eigenschutzzeit der Haut

Die Haut kann sich für eine gewisse Zeit selbst vor einem Sonnenbrand schützen, diese Eigenschutzzeit ist sehr individuell. Bei hellhäutigen Menschen beträgt sie nur gerade drei Minuten und bei mediterranen Hauttypen bis zu einer Dreiviertelstunde. Die Eigenschutzzeit verlängert sich,  wenn man bereits vorgebräunt ist, wobei Selbstbräuner und Solariumbräune nicht dazu zählen weil sie keinen Lichtschutz bieten. Der Standard wird gemessen bei einem UV-Index von 8, was der Mittagssonne im Sommer in Mitteleuropa entspricht. Im Hochgebirge oder bei reflektierender Umgebung wie im Schnee oder am Wasser ist der UV-Index höher und somit die Eigenschutzzeit geringer.

5. LSF - Lichtschutzfaktor

Der LSF bezieht sich auf den UVB-Schutz (nur die UVB-Strahlen verursachen Sonnenbrand) und wird mit der Eigenschutzzeit der Haut multipliziert. Das gibt uns an, wie lange wir dank Sonnenschutz unbeschadet in der Sonne verweilen können:

LSF50 bei Eigenschutzzeit 3 Minuten = 150 Minuten
LSF10 bei Eigenschutzzeit 45 Minuten = 450 Minuten

Ein LSF30 absorbiert bereits 96.7% der UVB-Strahlen, eine Erhöhung auf LSF50 steigert diesen Wert nur gering auf 98%. Für diesen Effekt müssen jedoch fast doppelt so viele Filter in die Creme eingearbeitet werden. Je höher der Filteranteil einer Creme, desto klebriger und dicker wird sie. Der Nutzen eines höheren Faktors wird ab LSF50 immer geringer, weil sich der Schutz nicht mehr bedeutend erhöht aber die Creme immer pappiger wird. Bei einer Sonnencreme mit LSF50 beträgt der Anteil der Sonnenschutzfilter rund 40%.

In Europa müssen Sonnenschutzmittel seit 2006 auch gegen die schädlichen UVA-Strahlen schützen. Wenn der COLIPA-Standard erfüllt ist, findet man auf der Verpackung das Symbol "UVA" in einem runden Kreis.

6. Mineralische Sonnenfilter

Mineralische Sonnenfilter wirken physikalisch und bestehen aus kleinsten Partikeln von Metalloxiden wie beispielsweise Zinkoxid oder Titanoxid. Diese Teilchen bleiben auf der Hautoberfläche liegen und reflektieren die UV-Strahlen wie winzige Spiegelchen. Da sie weiss sind, hinterlassen sie einen weissen Film auf der Haut.

7. Chemische Sonnenfilter

Die chemischen Filter wirken auf molekularer Ebene. Die Elektronen der Filteratome werden durch das eintreffende UV-Licht in Schwingung versetzt, beim anschliessenden chemischen Prozess werden die schädlichen UV-Strahlen in harmloses Infrarotlicht und somit in Wärme umgewandelt.

8. Filterkombination

Damit eine Sonnencreme optimalen Schutz bietet, beinhaltet sie meistens eine Kombination von chemischen und mineralischen Filtern. So wird sichergestellt, dass sie eine ausreichende Bandbreite an UV-Strahlen absorbiert und unschädlich macht. Die Wahl von Filtern ist abhängig vom erwünschten LSF, der Viskosität (Lotion, Gel, Öl) und der Anwendungsform (Flasche, Pumpspray, Aerosolspray). Es kann eine Herausforderung sein, alle verschiedenen Ansprüche zu erfüllen und in einer Sonnencreme einen ausreichenden Schutz, eine praktische Anwendungsform und ein angenehmes Hautgefühl zu kombinieren.

9. Sonnenschutz in Tagescremen

Konventionelle Tagescremen enthalten insbesondere bei Anti-Age-Produkten in den meisten Fällen einen Sonnenschutzfilter. Somit ist man auch an regulären Tagen ohne zusätzliche Sonnencreme vor UV-Strahlen geschützt. Der Schutzfaktor beträgt in der Regel LSF15 und wird auf dem Produkt ausgelobt. Bei einer erhöhten Strahlenbelastung reicht dieser Schutz nicht mehr aus und eine zusätzliche Sonnencreme wird empfohlen.

Naturkosmetik verzichtet in der Regel auf einen LSF in der Tagespflege oder wählt einen deutlich geringeren Faktor, da sie keine chemische sondern nur mineralische Filter einsetzen darf. Diese würden die Textur einer Tagespflege negativ beeinflussen und womöglich einen unerwünschten weissen Hautfilm zurücklassen.

10. Der Aerosolspray als Anwendungskönig beim Sonnenschutz

Der Aerosolspray bietet gerade beim Sonnenschutz deutliche Vorteile in der Anwendung:

  • Der Sprühnebel ist so fein, dass man sich nur einsprühen muss. Ohne Einreiben bleiben die Hände sauber.
  • Der Sonnenschutz lässt sich lückenlos auftragen, keine blinden Flecken mehr.
  • Sich selbst den Rücken einzusprühen ist kein Problem mehr, denn der Spray lässt sich auch kopfüber anwenden.
  • Haben Sie schon mal ein zappelndes Kind eingecremt? Das geht einfacher: fünf Sekunden einsprühen und fertig. Alle sind glücklich und sogleich wieder mit schöneren Dingen beschäftigt.
  • Mittlerweile gibt es spezielle Aerosolprodukte für die Anwendung auf nasser Haut (Wet Skin). Direkt auf die nasse Haut sprühen und einfach an der Luft trocknen lassen. So ist man ist bis zum nächsten Tauchgang geschützt.