Effiziente Helfer – aktive Bakterien in Reinigungsmitteln

28.11.2017

Nachhaltige, stabile und gesunde mikrobielle Besiedlung der Umgebung statt viel Chemie und keimfreie Desinfektion.

Reinigungsmittel werden ständig weiterentwickelt, um den neusten Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. In der Regel werden waschaktive Substanzen (Tenside) eingesetzt, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Neu ist der Ansatz, ganz gezielt durch Mikroorganismen unerwünschte Substanzen von Oberflächen zu entfernen. Mikroorganismen sind kleinste Lebewesen wie Bakterien, viele Pilze, Algen oder Protozoen. Die sogenannten „mikrobiologischen Reinigungsmittel“ bedienen sich der Vorteile der Bakterien, konkret der „guten und nützlichen Bakterien“.

Der Vorteil dieser mikrobiologischen Reinigungsmittel im Vergleich zu herkömmlichen Mitteln ist die hohe Umwelt- und Anwenderfreundlichkeit dieser Produkte – es wird weitestgehend auf Gefahrenstoffe verzichtet. Zudem können Sie in unterschiedlichsten Einsatzgebieten angewendet werden. Vor allem bei Verschmutzungen organischen Ursprungs, unter anderem Fette, Eiweisse oder Kohlenhydrate, sind mit aktiven Bakterien im Reinigungsmittel sehr gute Reinigungsergebnisse erzielt worden.

Auch in öffentlichen Einrichtungen wie beispielsweise Krankenhäusern oder Schulen wird die aktive Mithilfe der Bakterien in Reinigungsmitteln sehr geschätzt. Dort stellen krankmachende Keime ein grosses Gesundheitsrisiko dar, welches mit dem Einsatz von aktiven Bakterien, also von probiotischen Reinigungsmitteln, minimiert werden kann.

Stabile und gesunde Umgebung

Basis eines mikrobiologischen Reinigungsmittels ist ein konventionelles Reinigungsmittel, also Wasser, Tenside, Duftstoffe und Additive (Hilfsstoffe). Für die Reinigung als solches sind weiterhin die Tenside im Reinigungsmittel verantwortlich. Die Bakterien werden als Ergänzung beigefügt.

Ausschlaggebend an den ergänzenden probiotischen Inhaltsstoffen ist die Wahl jener Bakterien mit dem passenden, je nach Anwendungsgebiet, korrekten Metabolismus. Diese probiotischen Bakterien besitzen die einzigartige Eigenschaft, Sporen bilden zu können. Dieser Prozess ermöglicht es den Bakterien, in rauen Konditionen zu überleben und ihre Aktivität immer dann aufzunehmen, sobald sich die Parameter in der Umgebung zu ihren Gunsten verändern.

Beispielsweise benötigt man einen anderen Bakterienstamm im Bereich der sanitären Reinigung (Nasszellen, Bad) als wie in der Küche. Im Badbereich sind die Bakterien unter anderem mit Urin konfrontiert. Die im Urin enthaltenen Proteine verursachen bakteriell bedingt mit der Zeit einen unangenehmen Geruch. Beim Einsatz der guten Bakterien entziehen diese in Konkurrenz den „negativen“ die Nahrungsquelle. Und da probiotische Bakterien effizienter sind in der Nahrungsaufnahme gewinnen sie diesen Wettkampf. Die „negativen“ Bakterien werden dadurch ausgehungert und können so keine Resistenzen entwickeln, was für unsere Gesundheit von Bedeutung ist. Sollten die Nahrungsquellen für die „guten“ Bakterien ausgehen (im Beispiel vorhin also keine Proteine des Urins mehr vorhanden sein), verfallen die probiotischen Mikroorganismen in eine Art Ruhezustand. Kommt neue Nahrung, reicht die Luftfeuchtigkeit aus, um sie wieder aktiv werden zu lassen.

Das Prinzip der probiotischen Reinigungsmittel ist einfach: es setzt auf eine nachhaltige, stabile und gesunde mikrobielle Besiedlung der Umgebung statt viel Chemie und keimfreie Desinfektion.