Harmonisierung der Informationen für die gesundheitliche Notversorgung

28.11.2017

Per 1.1.2020 wird das Meldeverfahren für gefährliche Gemische vereinheitlicht, was auch die gesundheitliche Versorgung im Notfall einfacher macht.

Obwohl Haushaltsprodukte und andere chemische Gemische von den Herstellern ausführlich gekennzeichnet und mit Warnhinweisen versehen werden, gibt es immer wieder Vergiftungsfälle. Es ist in Haushalten auch schon vorgekommen, dass zB ein Reinigungsmittel in andere Behälter oder Flaschen umgefüllt worden ist und diese dann nicht oder nicht korrekt beschriftet wurden. In solchen Notfällen können sich Verbraucher oder Ärzte in den einzelnen europäischen Ländern an die Giftinformationszentralen (z.B. Tox Info Suisse Tel. 145, 24h) wenden, um Informationen über geeignete Behandlungsmassnahmen zu erhalten.

Die Anforderungen an die Hersteller hinsichtlich der Übermittlung von Informationen für die gesundheitliche Notversorgung werden nun harmonisiert. Geregelt wird das für die EU mit der Verordnung 2017/542, Anhang VIII und analog für die Schweiz mit der Chemikalien­verordnung (geplante Revision Anfang 2018).

Mitteilungspflichtig sind Gemische, die aufgrund ihrer gesundheitlichen oder physikalischen Wirkungen als gefährlich eingestuft werden. Diese wurden in der Schweiz bis anhin schon an die Anmeldestelle Chemikalien in Bern gemeldet, auf diese Datenbank kann dann das Tox Info Suisse zugreifen. Neu wird es ein europaweit vereinheitlichtes Meldeverfahren für eben solche Gemische geben.

Übergangsfristen

EU (definitiv)
01.01.2020 Produkte für Verbraucher
01.01.2021 Produkte zur gewerblichen Verwendung
01.01.2024 Produkte zur industriellen Verwendung

CH (voraussichtlich)
01.01.2020 Produkte für private Verwender
noch offen  Produkte für berufliche Verwender

Durch die Harmonisierung wird das Meldeformat elektronisch vereinheitlicht und erfolgt an ein zentrales europäisches Portal PCN. Die Produkte werden gemäss ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung mit einem Produktkategorisierungssystem in Gruppen eingeteilt.

Eindeutiger Rezepturidentifikator

Neben der Neuerung der Vereinheitlichung wird das Gemisch zukünftig auch durch einen eindeutigen alphanumerischen Code (Eindeutige Formelkennung, Unique Formula Identifier „UFI“) identifiziert. Ein Generator für ein UFI ist bereits von der ECHA bereitgestellt worden (https://ufi.echa.europa.eu/#/create). 

Dieser Code muss auf der Verpackung angegeben werden. So kann im Vergiftungsfall das verursachende Produkt schnell und eindeutig identifiziert werden.

Wir halten Sie auf dem Laufenden bezüglich der Vereinheitlichung der Rezepturmeldeverfahren. Sie haben schon vorab Fragen? Wir können Ihnen weiterhelfen.