Harmonisierung der Kosmetikverordnung

01.03.2017

Unter dem Projektnamen LARGO wurde in der Schweiz eine Harmonisierung mit dieser neuen EU-Kosmetikverordnung angestrebt, um Handelshemmnisse zu vermeiden. Die neue Schweizerische Verordnung tritt am 01. Mai 2017 in Kraft und beinhaltet wesentliche Neuerungen.

In der EU gilt seit Juli 2013 die neue Kosmetikverordnung 1223/2009. Sie löste mit vielen Neuerungen und zusätzlichen Anforderungen die alte Kosmetikrichtlinie 76/768/EWG ab und ist in allen EU-Ländern verbindlich.

Unter dem Projektnamen LARGO wurde in der Schweiz eine Harmonisierung dieser neuen EU-Kosmetikverordnung angestrebt, um Handelshemmnisse zu vermeiden. Die neue Schweizerische Verordnung tritt am 1. Mai 2017 in Kraft und beinhaltet folgende wesentliche Neuerungen:

  • Für jedes Produkt muss analog zur EU ein Sicherheitsbericht erstellt werden. Dafür sind Verträglichkeitstests und gegebenenfalls Leistungsnachweise erforderlich.
  • Ebenfalls muss eine Produktinformationsdatei (PID) erstellt werden. Sie kann in einer Amtssprache oder in Englisch ausgearbeitet werden, muss nicht zwingend in der Schweiz aufbewahrt werden und muss schnell zugänglich sein.
  • Sicherheits- und Warnhinweise müssen nur noch in einer Amtssprache (statt bisher 3) angebracht werden.
  • Zur Meldung von Unverträglichkeiten („Cosmetovigilance“) wird in der Schweiz kein eigenes System aufgebaut. Solche Fälle sind in die PID und den Sicherheitsbericht einzubeziehen.
  • Die Schweiz wird sich dem europäischen Notifizierungsportal CPNP nicht anschliessen und auch kein eigenes nationales System zur Meldung von Produkten aufbauen.
  • Sämtliche Anhänge der EU-Kosmetikverordnung werden über­nommen:
    ANHANG I Sicherheitsbericht für kosmetische Mittel
    ANHANG II Liste der Stoffe, die in kosmetischen Mitteln verboten sind
    ANHANG III Liste der Stoffe, die kosmetische Mittel nur unter Einhaltung der angegebenen Einschränkungen enthalten dürfen
    ANHANG IV Liste der in kosmetischen Mitteln zugelassenen Farbstoffe
    ANHANG V Liste der in kosmetischen Mitteln zugelassenen Konservierungsstoffe
    ANHANG VI Liste der in kosmetischen Mitteln zugelassenen UV-Filter
    ANHANG VII auf Verpackungen / Behältern verwendete Symbole
    ANHANG VIII Verzeichnis der validierten Alternativmethoden zu Tierversuchen

Für die Umsetzung wird eine Übergangsfrist von vier Jahren gewährt. In dieser Zeit können die Produkte nach bisherigem Recht hergestellt werden. Nach Ablauf der Übergangsfrist können bereits produzierte Waren noch an die Verbraucher abgegeben werden.

Es gilt eine reduzierte Abverkaufsfrist von einem Jahr für Kosmetika, bei welchen das Endprodukt oder deren Bestandteile mit Tierversuchen getestet wurden.

Für Produkte mit gewissen Substanzen muss bis zum 31. Dezember 2020 ein Sicherheitsbericht angefertigt werden: Kojisäure, Retinal, Retinaldehyd, Alpha-Hydroxysäure in Hautschälmitteln und ätherische Öle die auf der Haut verbleiben (mit Ausnahme von Parfum und Eau de Toilette).

Für Produkte, welche nach dem 1. Mai 2017 neu auf den Markt kommen, ist die unmittelbare Anwendung der neuen Regeln zu empfehlen, spätestens dazu verpflichtet ist man zum 1. Mai 2021.

Als erfahrener Full Service Dienstleister unterstützt Sie die FRIKE GROUP bei der Umstellung auf die neuen Richtlinien. Mit der europäischen Verordnung sind wir vertraut und im Erstellen von PIDs sowie der Beschaffung der notwendigen Tests und Unterlagen geübt. Die Dienstleistungen der FRIKE GROUP umfassen:

  • Erstellung des GzD
  • Gesetzeskonformer Sicherheitsbericht (externe Experten)
  • Produktinformationsdatei PID in digitaler Form
  • Notwendige Verträglichkeits- und Leistungstests gemäss gesetzlichen Anforderungen