Schönheit kommt von innen

18.01.2017

AEROSOL-SERIE #3: Nur das passende Treibmittel führt zum perfekten Sprühbild. Worauf es bei der Wahl der inneren Schönheit ankommt und welche Treibmittel es überhaupt gibt, lesen Sie in diesem Artikel.

 

Nur das passende Treibmittel führt zum perfekten Resultat

Um ein Aerosolprodukt überhaupt funktionsfähig zu machen, muss man die Dose unter Druck setzen. Hier wirkt das Ausgleichsprinzip: Wenn der Doseninhalt unter höherem Druck steht als die umgebende Luft, strömt der Inhalt beim Drücken des Sprühkopfes heraus.

Den Behälter kann man auf zwei verschiedene Arten unter Druck setzen, entweder mit Flüssiggasen oder komprimierten Treibmitteln. Wir erklären Ihnen die Unterschiede und was sinnvollerweise in welchen Anwendungsbereichen eingesetzt wird.

Grundsätzlich ist die Wahl des Treibmittels immer von der Rezeptur, Anwendung und erwünschten Konsistenz des Produktes abhängig (Spray, Schaum, Gel). Beispielsweise braucht es für einen Rasierschaum zwingend Flüssiggas, damit das Füllgut beim Austreten überhaupt einen Schaum bildet. Und bei einem Haarspray nutzt man das Treibgas als Lösungsmittel für den Wirkstoff. Hingegen reicht bei einem Lufterfrischer komprimiertes Treibmittel aus, um einen einfachen Sprühnebel mit normaler Tröpfchengrösse zu bewirken.

Flüssiggase

Flüssiggase werden unter Druckverhältnissen flüssig. Sie vermischen sich dann im Druckbehälter mit dem restlichen Füllgut und gewährleisten während der ganzen Produktlebensdauer den gleichen Innendruck. Sie sind jedoch hochentzündlich, weshalb Flüssiggasbehälter ein entsprechendes Warnsignal tragen. Die Gase dehnen sich bei Erwärmung aus, weshalb dann der Druck in der Dose steigt. Um diese Druckschwankungen aufzufangen, ist der Boden einer Aerosoldose leicht nach innen gewölbt. Trotzdem findet man auf der Verpackung den wichtigen Hinweis, dass die Dose keiner grossen Hitze ausgesetzt werden darf.

Zwei der meist verbreiteten Flüssiggase sind Propan (7.1bar) und Butan (1.4bar), wobei meistens ein Gemisch davon mit einem Druck von 3.5bar verwendet wird. Im Vergleich dazu hat ein Autoreifen etwa 2.7bar. Es wird auch Dimethylether eingesetzt, dieser stammt aus Methanolgewinnung wie beispielsweise Holzvergasung. Das ozongefährdende FCKW-Gas wird in der Aerosolindustrie seit 1987 nicht mehr eingesetzt, damals einigten sich viele Staaten im Montrealer Protokoll zur drastischen Reduktion.

Flüssiggase werden bei Produkten eingesetzt, die beim Austreten aufschäumen müssen, also klassischerweise bei Rasiergelen und Schäumen aller Art. Es kommt auch dort zum Einsatz, wo es als Lösungsmittel dient wie zum Beispiel bei Öl- oder Fettsprays, Farb- und Lacksprays.

Übersicht Flüssiggase:

Arten:

Propan (7.1 bar), Butan (1.4 bar), Propan/Butan (Mischung ca. 3.5 bar), Dimetylether (Methanolgewinnung, z.B. Holzvergasung). FCKW (seit 1987 verboten)

Formverhalten:    

Im Druckbehälter flüssig, vermischen sich mit dem Füllgut

Vorteile:  

Billig. Konstanter Druck bis die Dose entleert ist

Nachteile:

Hochentzündlich. Hoher Druckanstieg bei Erwärmung

Einsatz bei: 

Rasiergel, Rasierschaum, Haarspray, Haarschaum, Ölspray, Insektenspray, Deospray

Komprimierte Treibmittel

In diese Kategorie fallen Luft, Stickstoff, Sauerstoff, Kohlendioxyd und Lachgas. Diese Treibmittel bleiben in der Dose gasförmig und vermischen sich nicht oder nur teilweise mit dem restlichen Füllgut.

Komprimierte Treibmittel werden bei Produkten eingesetzt, wo ein normaler Sprühnebel ausreicht wie zum Beispiel bei Lufterfrischern, Wasserspray oder Lecksuchspray.

Übersicht komprimierte Treibmittel:

Arten:   

Luft, Stickstoff, Sauerstoff, Kohlendioxyd, Lachgas

Formverhalten:  

Im Druckbehälter gasförmig, vermischen sich nicht oder nur teilweise mit dem Füllgut

Vorteile:

Wenig Druckanstieg bei Erwärmung. Nicht brennbar

Nachteile:   

Kontinuierlicher Druckabfall beim Leeren der Dose

Einsatz bei:  

Lufterfrischer, Wasserspray, Lecksuchspray