Suppositorien – Schnelle Wirkung & äusserst schonend

28.11.2017

Nicht nur für Säuglinge und Kleinkinder: Suppositorien sind auch bei Erwachsenen in vielen Fällen die beste Wahl der galenischen Form der Arzneimittelverabreichung.

Suppositorien sind Arzneizubereitungen in Zylinder-, Kugel-, Kegel- oder Eiform. Diese haben den Zweck im After oder der Vagina zur Einwirkung zu gelangen. Das geschieht, weil sie in den genannten Körperhöhlen schmelzen und sich gegebenenfalls in den dort befindlichen Flüssigkeiten lösen. Die wichtigste Eigenschaft des Suppositoriums ist somit die Schmelzeigenschaft unterhalb von 37° C.

Die Suppositorien bestehen aus einer sich ideal ergänzenden Zusammensetzung von einer Grundsubstanz und den Arzneistoffen. Als Grundsubstanz für rektal angewendete Suppositorien eignet sich Hartfett (Adeps solidus) wegen der einfacheren Verarbeitung und längeren Haltbarkeit am besten. Bei Ovulas eignet sich eine Grundsubstanz aus Macrogolen oder einem Gemisch aus Gelatine, Glycerol und Wasser.

Bei der Herstellung wird die Grundmasse mit den Wirk- und Hilfsstoffen üblicherweise geschmolzen und in Formen gegossen, in denen die Masse erstarrt.

Technisch gesehen, ist anhand der Form annähernd ersichtlich, mit welchem Verfahren (Giessen oder Pressen) das Suppositorium hergestellt wurde. Durch Giessen können heutzutage sämtliche Formen hergestellt werden, beim Pressen ist man auf konische Formen beschränkt.

Vorteile der Suppositorien als Arzneiform:

  • Schnelle Wirkung, da die Wirkstoffe direkt über die Darmschleimhaut ins Blut gelangen und auch teilweise die Leberpassage (First-Pass-Effekt) umgangen wird.
  • Bei bewusstlosen Personen, Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen oder Patienten mit Schluckschwierigkeiten sind Suppositorien gegenüber oralen Arzneiformen im Vorteil.
  • Nebenwirkungen im Verdauungstrakt sowie Übelkeit und Erbrechen können vermieden werden.
  • Darüber hinaus, kann bei der Anwendung im Rektum eine länger anhaltende Depotwirkung erzielt werden.