Methylsalicylat – das klingt erst einmal chemisch und nicht sehr vertraut. Vielen von uns ist dieser Stoff aber schon in Form eines Einreibemittels oder Badezusatzes zur Linderung von rheumatologischen Beschwerden in die Hände gekommen.

Aufgrund seiner durchblutungsfördernden und wärmenden Wirkung wird es oft in Medizin- und Kosmetikprodukten eingesetzt. Durch seinen charakteristischen Duft ergeben sich weitere Einsatzmöglichkeiten in Parfüms. Methylsalicylat kann synthetisch hergestellt werden, kommt aber auch natürlich als Hauptbestandteil des Wintergrünöls (Gaultheria Procumbens Leaf Oil) vor.

Und nun wird es noch interessanter, denn beim Methylsalicylat tut sich gerade etwas in regulatorischer Hinsicht:

Die Europäische Chemikalienagentur ECHA hat Methylsalicylat in diesem Frühjahr harmonisiert eingestuft. Methylsalicylat ist dadurch neu mit dem Gefahrenhinweis «Kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen» zu versehen. Es gehört somit zu den CMR-Stoffen, welche krebserregend, mutagen oder reproduktionstoxisch sind.

Diese verschärfte Einstufung hat Auswirkungen für die Anwendung des Methylsalicylats in verschiedenen Bereichen:

  • In chemisch-technischen Produkten wie z. B. Wasch- und Reinigungsmitteln sind ab einer Einsatzkonzentration von mehr als 3% neue Sicherheitsdatenblätter zu erstellen sowie die Etiketten und Produktmeldungen bei den Behörden anzupassen. In diesem Bereich wird Methylsalicylat allerdings nicht verbreitet eingesetzt.
  • Für den Einsatz in kosmetischen Produkten sind Konzentrationsbeschränkungen im Rahmen der IFRA-Produktkategorien vorgesehen. Die wichtigste Grenze ist dabei <0.06% bei Rinse Off- und Leave On-Produkten.
  • Bei Medizinprodukten ist eine Neubeurteilung der Produkte unter Einbezug der CMR-Einstufung erforderlich. Wir erwarten hier vergleichbare Bewertungsmassstäbe wie bei kosmetischen Produkten.

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Die neue Einstufung und Kennzeichnung von Produkten, welche Methylsalicylat enthalten, gilt für chemisch-technische Produkte ab dem 17. Dezember 2022. Diese Frist wird voraussichtlich auch für kosmetische Produkte übernommen. Ab diesem Datum müssen die neuen Regelungen auf alle im Verkauf befindlichen Produkte angewendet werden.

Unsere Fachabteilungen sind bereits dabei, die notwendigen Anpassungen in Zusammenarbeit mit den betroffenen Kunden vorzunehmen. Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, hilft Ihnen unser Leiter Regulatory Affairs, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gerne weiter.

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