In dieser Ausgabe der „INSIDE“-Beitragsreihe sind wir zu Gast beim CEO der FRIKE GROUP. 

Herr Keller, wie haben Sie die FRIKE GROUP durch diese turbulenten Wochen gesteuert?

Man muss wohl eher sagen, dass wir gesteuert wurden. Vor allem durch das BAG mit vielen Verordnungen und Auflagen. Aber auch von Kunden kamen Vorgaben, die einzuhalten waren. Und wir haben uns selbst viele Auflagen erlassen und überlegt, wie wir bestimmte Dinge besser machen können.

 

Was war die grösste Herausforderung?

Wir sind vor allem den Rohstoffen und den Packmitteln, man kann sagen, „hinterhergerannt“. Diese waren in der Tat sehr schwierig zu beschaffen und unsere Einkäufer haben hier wirklich grossartige Arbeit geleistet.

 

Wie ist die FRIKE GROUP diesem Lockdown begegnet?

Wir hatten bereits am 11. März begonnen, alle Betriebe der FRIKE GROUP auf ein Zweischichtsystem umzustellen. Nach 48 Stunden war alles fertig. Tage später kam der Lockdown und wir waren, betrieblich gesehen, parat.

Das heisst konkret, dass wir jeden einzelnen Betrieb, alle unsere Mitarbeitenden in zwei Schichten eingeteilt haben. Dieses Schichtsystem galt ausnahmslos für alle, für den CEO wie auch für das gesamte Reinigungspersonal. Während des Schichtwechsels wurde eine Stunde lang alles desinfiziert und für die nachfolgende Schicht parat gemacht. So konnten wir sicherstellen, dass die Produktivität all unserer Betriebe aufrechterhalten blieb, auch wenn einmal eine Schicht in einem Betrieb aufgrund einer Erkrankung ausgefallen ist.

 

Gab es in der FRIKE GROUP Mitarbeitende, die an COVID-19 erkrankten?

Wir hatten fünf Mitarbeitende in zwei Betrieben, die alle glücklicherweise immer in einem sehr guten Allgemeinzustand waren und nur einen milden Verlauf der Erkrankung hatten. Bedingt durch das rigorose und strikte Zweischichtsystem wurden keine weiteren Mitarbeitende angesteckt. Wir handelten mit der Einführung des Schichtsystems ja nie aus rein wirtschaftlichen Motiven. Der Fokus war vor allem darauf, alle Mitarbeitenden zu schützen, weitere Personen vor einer möglichen Ansteckung zu bewahren.

 

Wie war die Lieferbereitschaft der FRIKE GROUP in den letzten Monaten?

Drei von fünf Betriebe haben unter anderem Desinfektionsmittel hergestellt. Aber selbstverständlich hatten wir grösstenteils Kunden, die keine Desinfektionsmittel benötigten und deren Ware ebenfalls hergestellt werden musste.

Durch Mehrarbeit an gewissen Standorten und aufgrund des Zweischicht-Systems waren wir in der Lage, die „normalen“ Aufträge fast ohne Lieferverzug fertigzustellen und auszuliefern. Wir hatten unsere Supply-Chain jederzeit im Griff, nur mit bestimmten Rohstoffen hatten wir Probleme aufgrund des Lockdowns in anderen Ländern.

 

Apropos Desinfektionsmittel: Wie war das mit dem Alkohol, Herr Keller? Es war überall zu lesen, dass es in der Schweiz Probleme gab, die nachgefragten Mengen bereitzustellen?

Wir sind immer beliefert worden, sind schon vor dieser Krise mit einigen hundert Tonnen Alkohol pro Jahr ein guter Kunde bei Alcosuisse gewesen. Wegen der Knappheit des Alkohols haben wir aber auch viele andere Alkoholqualitäten getestet. Es gab beispielsweise Brauereien, die begonnen haben, hochprozentigen Alkohol herzustellen, oder auch Benzinalkohol wurde uns angeboten. Wir haben uns aber für fast keinen dieser Alkohole entscheiden können, weil sie schlichtweg nicht unseren Qualitätsvorgaben entsprachen. Dennoch, wir haben es geschafft, die benötigen Mengen für unsere Kunden zu beschaffen und herzustellen.

 

Wie siehts es heute aus? Arbeiten Sie immer noch im Schichtsystem?

Bis auf einen Betrieb haben wir das Schichtsystem wieder aufgehoben. Was geblieben ist, sind die Regelungen und Vorgaben des BAG wie beispielsweise Abstand einhalten, Desinfektionsregeln und selbstverständlich die Meldepflicht.

 

Was hat sich verändert für die FRIKE GROUP?

Für mich war das eine sehr spannende und lehrreiche Zeit trotz all der negativen Sachen die passiert sind. Wir haben die vergangenen Monate aber durchaus auch positiv erlebt, weil wir sehr viel Arbeit hatten und alles schafften, was wir uns vorgenommen hatten. Chapeau, ein sehr grosser Dank an unsere Mitarbeitenden. Es haben alle mitgewirkt, anders wäre es nicht gegangen.

Verändert hat sich ebenfalls die Akzeptanz der technischen Möglichkeiten in den Betrieben, die sehr gross war. Das werden wir sicherlich beibehalten. Am meisten beeindruckt hat mich, wie wir gelernt haben, anders zu kommunizieren. Kommunikation war der Schlüssel zum Erfolg der letzten Wochen.

 

Wie sehen Sie die Zukunft?

Wir gehen von einem recht starken Rückgang aus und mussten für das neue Geschäftsjahr, unsere Budgets korrigieren. Es herrscht noch viel Unsicherheit in den Märkten und generell ist noch ungewiss, wie sich die wirtschaftliche Lage weiterentwickelt. Wir werden es sehen und die Herausforderung annehmen.

 

Besten Dank für Ihre Zeit und das spannende Gespräch.

Fritz Keller Holding AG

Auenstrasse 11
8617 Mönchaltorf

+41 44 949 21 11
info@frike-group.com

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